RSS Workflow mit Reeder, ReadItLater und Evernote
Ich lese jetzt schon viele Jahre lang RSS-Feeds und genieße das grundsätzlich auch sehr. Allerdings erlebe ich sehr oft die Situation, dass ich irgendwelche Beiträge über Wochen als “ungelesen” markiert lasse, weil a) ich keine Zeit zum lesen habe, oder b) ihn noch mir irgendwie “merken” will. Klar, kann ich im letzteren Fall ihn markieren (mit “Stern” versehen), allerdings wünsche ich mir oft ein übersichtlicheres System.
Heute habe ich mal wieder mich mit dem Thema beschäftigt und bin zufällig auf eine für mich bisher sehr gute Lösung gestoßen. Folgende Kriterien galt es hierbei zu berücksichtigen:
- Plattformunabhängig – Ich arbeite im Moment fast ausschließlich auf dem Mac, weshalb Windows einen geringeren Stellenwert für mich hat, doch weiß man nie wie sich das vielleicht noch ändert. Linux lasse ich aber weitestgehend außen vor.
- Mobil einsetzbar - Seit ich so ein Gerät mit einem i davor habe möchte ich gerne auch unterwegs meine Feeds lesen, und verarbeiten können. Auch wenn mit iOS sehr zufrieden bin kann ich nicht ausschließen, dass ich irgendwann doch mal auf die andere Seite wechsel – daher sollte die Lösung auch hier möglichst offen für andere Plattformen sein.
- Leseliste – Artikel die ich im Moment nicht lesen kann und später nochmal lesen möchte sollen irgendwo zwischengesichert werden.
- Bibliothek – Ich möchte wichtige Artikel irgendwo abspeichern können so dass ich später darauf zugreifen kann. Hierbei sind natürlich eine Volltextsuche und eventuell Tags/Kategorien hilfreich.
Soweit mal so gut: Folgende Lösung habe ich für mich herausgefunden. Sie ist keineswegs die “perfekte” Lösung, doch hat sie sich bisher für mich sehr gut bewährt und kann ein Weg sein, mit all seinen RSS-Feeds umzugehen.
Google Reader als RSS-”Sammelstelle” in der Cloud
Google Reader hat sich mittlerweile als quasi “Standart” für RSS-Feed Abonomente etabliert. NetNewsWire bot früher noch einen eigenen Dienst hierfür an, und es existieren noch immer Alternativen, doch verwendet heute fast jedes Programm Google Reader oder ist zumindest damit in irgend einer Art und Weise kompatibel. Aus diesem einfachen Grund stellt der Google Reader auch bei mir die erste Instanz dar.
Reeder als Feedreader
Hier werde ich nun meiner Zielsetzung etwas untreu. RSS-Reader gibt es wie Sand am Meer. Ein paar werden zum Beispiel hier und hier (englisch) aufgezählt, ansonsten hilft eine Google-Suche schnell weiter. Meine Wahl fiel auf Reeder. Wieso? Der Reeder kostet zwar im Vergleich zu einigen Konkurrenten etwas (Mac: 7,99 €; iPhone: 2,39 €; iPad: 3,99) und ist nur auf der Mac und iOS-Plattform verfügbar. Aber er kommt dafür mit einem sehr ansprechendem Design, absolut iOS und Mac-artiger Bedienung und einem übersichtlichen Interface daher. Da ich persönlich einfach eine Vorliebe für gutes Design habe, investiere ich gerne die paar Euro für eine gute, hübsche Software. Ansonsten sei euch NetNewsWire wärmstens empfohlen, welches zumindest auf dem Mac und iPhone (mit Werbung – sonst 3,99 €) kostenlos ist (iPad-Version kostet zum Zeitpunkt des Artikels 7,99 €) und auch ziemlich gut aussieht. Wer etwas komplett kostenloses sucht findet mit Hilfe von Google sicher etwas.
Der Grund wieso ich in diesem Fall Windows und Android außen vor gelassen habe ist, dass es unglaublich viele RSS-Feedreader gibt. Da RSS ein offener Standart ist und Google Reader so weit verbreitet ist, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ich irgendwann ein Problem haben werde, einen RSS-Feedreader für irgendeine Plattform zu finden.
ReadItLater als Zwischenspeicher zum “später Lesen”
Viele RSS-Feedreader bieten mittlerweile die Möglichkeit an, dass man Artikel an andere Services schickt, um sie dort zwischenzuspeichern und später, wenn man Zeit hat, zu lesen.
Im Grunde gibt es auf diesem Gebiet zwei Platzhirsche: Instapaper (von dem man vermutlich etwas mehr hört) und ReadItLater. Beide haben so ihre kleinen Eigenheiten aber unterscheiden sich nur in wenigen Dingen. Readitlater sieht meiner Meinung nach etwas besser aus, ist Übersichtlicher und speichert die ganzen Seiten und nicht nur den Text. Hier gibt es noch einen kleinen Artikel zu beiden Systemen und ansonsten hilft eine Google-Suche.
Beide Systeme kosten “ansich” nichts, allerdings sind die Apps kostenpflichtig. Das war auch einer der Hauptgründe wieso ich zu Readitlater gegriffen habe: Ich habe vor einiger Zeit mal kostenlos die Pro-App bekommen. Instapaper ist für 3,99 als Universal App für das iPhone und iPad zu bekommen (InstaFetch für Android – pro 2,99 €), ReaditLater gibt es ebenfalls als Universal App entweder kostenlos oder für 2,39 € als Pro-App oder auch kostenlos (Pro: 2,06 €) als Android App. Für welche Lösung man sich nun entscheidet bleibt jedem selber überlassen. Meine fiel auf Readitlater.
Die Web-Version von Readitlater sieht (Screenshot oben) nach kürzlich erfolgtem Redesign sehr schick aus und es gibt auch ein Haufen an Apps für den Desktop, allerdings meiner Meinung nach nicht all zu viel brauchbares was ich bisher gefunden habe (Hinweise?). Quiet Read (Pro für $9,95) und ReadNow (2,99 €) verdienen hier allerdings eine Erwähnung.
Evernote zum Aufbewahren von Artikeln
Evernote ist sozusagen ein virtuelles Notizbuch und Gedächtnis. Es ist mit Sicherheit eins der bekanntesten Programme für diesen Zweck und sehr weit verbreitet. Der kostenlose Account ist zwar limitiert, verfügt jedoch schon über einiges an Funktionalität. Für 5$ pro Monat gibt es einen Premium Account. Mir reicht bisher der normale Account.
Evernote gibt es wirklich für fast jede Plattform: Mac, Windows, iOS, Android, Blackberry, Windows Mobile, Palm, usw. Natürlich ist auch eine Webversion verfügbar. Man wird hier also keine Gefahr eingehen von irgendwo aus nicht auf seine Notizen bzw. Blogeinträge zugreifen zu können.
Vorteile von Evernote: Es hat eine Text-Erkennung in Bildern und eine super Volltextsuche, es ist plattformübergreifend, kostenlos, erlaubt das Kategorisieren in Notizbüchern und das verwenden von Tags. Alles eben, um Inhalte gut für die Zukunft aufzubewahren.
Was es noch für Alternativen gibt kann ich nicht wirklich sagen – da ich auch für andere Zwecke Evernote einsetze war für mich dieser Schritt der einzig logische um noch eine weitere App zu vermeiden. Hier sei auch mal angemerkt, dass ich Evernote allgemein sehr empfehlen kann!
Der Workflow: Reeder – Read it later – Evernote
Nun aber zum eigentlich interessantem, dem typischen Workflow:
1) Lesen der Blogeinträge in Reeder
Egal auf welcher Plattform, es beginnt dabei, dass ich die Reeder-App öffne und erstmal lese was interessant ist und als gelesen markiere, was mich nicht interessiert
2) Interessantes an ReadItLater senden
Artikel die länger sind, kann ich aus Reeder sofort mit einem Klick an ReadItLater senden.
3) Artikel in Readitlater lesen
Egal ob zu Hause oder unterwegs: Sobald ich Zeit habe kann ich mich den gespeicherten Artikeln in Readitlater widmen.
4) Wichtige Artikel in Evernote sichern
Ebenfalls mit zwei Klicks kann ich nun die Artikel die ich noch weiter aufbewahren will an Evernote senden und später in Evernote (oder zum Teil auch schon aus der App) ihnen noch Tags usw. zuweisen. Auch in einigen Jahren findet Evernote dank Volltext- und Bildsuche noch immer meine abgespeicherten Artikel.
Alternativ: Artikel direkt aus Reeder an Evernote senden
In der Reeder-App gibt es natürlich auch direkt einen Evernote-Button. Mit einem Klick landet dann der Artikel direkt, ohne den Umweg über Readitlater, in Evernote.
Fazit
Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten seine RSS-Feeds effektiv zu synchronisieren, lesen, aufbewahren, sichern, zwischenzuspeichern. Die Anzahl der Apps und Services ist fast unüberschaubar. Mit Reeder, Readitlater, und Evernote hat man auf jeden Fall eine gute Lösung – wenn auch nicht ganz billig. Ganz ohne Kosten geht es allerdings fast nicht. Wer aber bereit ist etwas zu investieren, findet heutzutage super Möglichkeiten seine Feeds ganz einfach zu verwalten.
Habt ihr eine andere, vielleicht sogar bessere oder günstigere Lösung? Teilt sie doch kurz in einem Kommentar mit, so können vielleicht andere davon profitieren für die meine Lösung nicht passend ist












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